Gibt es DEN richtigen Führungsstil?

Viele Kollegen in Leitungsfunktionen stellen sich die Frage, welche Form der Führung die effektivste ist. Auch in zahlreichen Internetforen tauchen viele neue und alte Ideen auf, von partnerschaftlicher bis autoritärer Führung ist da alles vertreten. Immer wieder wird in den einschlägigen Netzwerken thematisiert, dass ein Unternehmen Führungskräfte braucht, die eine klare Meinung haben und diese dann auch durchsetzen.

Die Frage scheint zum Einen zu sein, woran sich die eigene Meinung orientiert, zum Zweiten, wie diese zustande kommt, zum Dritten, wie man Ziele Umsetzt.

Mitarbeiter brauchen eine klare Richtung, an der sie ihr Handeln ausrichten können, das ist richtig. Sie benötigen aber genauso den Spielraum für kreative Lösungsfindungen. Wenn wir ihnen durch zu enge und restriktive Vorgaben keine Spielräume lassen, führt das dazu, dass die Mitarbeiter sich zwar einerseits exakt an unsere Vorgaben halten, andererseits sich nicht mehr trauen, abweichende Vorschläge einzubringen. Enge Vorgaben begünstigen Mikromanagement. Der richtige Führungsstil ist stets der Situation angepasst. Den einen richtigen Führungsstil kann es nicht geben.

Ein Unternehmen braucht eine Vision.

Eine Vision ist kein einfacher Slogan. Eine Vision soll ausdrücken, in welche Richtung sich das Unternehmen entwickeln will, sie soll ausdrücken, woran sich jeder Mitarbeiter bei allen seinen Entscheidungen orientieren kann. Eine Vision muss entwickelt werden. Ohne ein klares Ziel, das für das gesamte Unternehmen gilt, besteht die Gefahr von falschen Entscheidungen auch auf der obersten Führungsebene. Keine Vision hingegen sind Ziele wie die Erreichung eines bestimmten Umsatzes. Solche Ziele begünstigen Fehlentwicklungen und schränken die notwendige Kreativität der Mitarbeiter ein.

Eine zeitgemäße Führungskraft ist tatsächlich auch an den Blickwinkeln der Mitarbeiter interessiert. Sie bieten ein vielfach unterschätztes Potenzial. Wer sich diese Potenziale nicht zunutze macht, verliert Boden gegenüber den Mitbewerbern.

Lassen Sie andere Blickwinkel zu und bedenken Sie, dass niemand Fehler vorsätzlich begeht. Sich in eine neue, unbekannte Richtung vorwagen bedeutet auch, dass sich Wege als nicht zielführend herauskristallisieren können. Lassen Sie sich Entwicklungsfortschritte regelmäßig berichten und unterstützen Sie mit dem Bereitstellen entsprechender Ressourcen. Arbeiten Sie in Teams, welche sich aus allen Stakeholdern zusammensetzen und moderieren Sie die Meetings.

Verlassen Sie die Meetings mit klaren Aufgabenverteilungen und smarten Zielen, entscheiden Sie nach der besten Lösung im Hinblick auf die Vision – nicht danach, von wem dieser oder jener Vorschlag eingebracht wurde.

Ich lade Sie ein, sich mit mir darüber auszutauschen.