Das Must – Have unter den Führungs – Tools

Der Begriff Shopfloor Management ist heutzutage in aller Munde, einige Unternehmen leisten hier eine sehr gute Arbeit. Leider jedoch wird dieses wichtigste aller Tools fast immer komplett falsch angewandt und verkommt daher zur zeitfressenden und nutzlosen Zusammenkunft.

Nach inzwischen 25 Jahren in Führungsverantwortung, nach Studium vieler Lehrmeinungen zum Thema Führung und Effizienzsteigerung, nach sehr erfolgreichen Abschlüssen als MBA und Lean Six Sigma Black Belt kann ich sagen:

Kein Shopfloor Management – kein Erfolg.

Der Begriff Shopfloor Management beschreibt das kurzzyklische Führen nach Kennzahlen. 

Es basiert auf den folgenden 4 Prozesselementen:

  • Visualisierung und Transparenz
  • Standardbasierte Prozesskontrolle
  • Strukturierte Problemlösung
  • Kommunikation

Die Einführung treffender Kennzahlen sollte sich zunächst an der Toyota – Kennzahlensystematik orientieren, zusätzlich muss mit fachkundigem Blick auf die tatsächlichen Probleme zu fokussiert werden. Zusätzliche Kennzahlen sind vollkommen frei bestimmbar.  Arbeiten Sie bereits mit SFM und können den Nutzen derzeit noch nicht messbar nachvollziehen, stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Sind die derzeitigen Kennzahlen die, welche uns wirklich Auskunft über den Zustand und die Entwicklung unserer Produktion geben?
  • Folgt nach dem Feststellen der Entwicklung unserer KPI´s eine strukturierte Problemlösung?
  • Bieten wir eine intensive Unterstützung unsere Führungskräfte an, wenn die Problemlösung nicht offensichtlich ist?

An dieser Stelle eine ganz klare Regel für die Wirksamkeit des Shopfloor Managements:

Ursachen- statt Lösungsorientierung.

Nicht selten tracken wir belanglose Fakten, die keine Angriffspunkte für Verbesserungspotenziale bieten. Betrachten wir die richtigen KPI’s, leiten wir in sehr vielen Fällen nicht sofort und nicht konsequent Gegenmaßnahmen bei Verschlechterungen entsprechender Kennzahlen ein. Werden Gegenmaßnahmen eingefordert, wird sehr oft nicht erkannt, dass die entsprechenden Führungskräfte nicht über das notwendige Know How für eine effektive Ursachenbeseitigung besitzen.

Als Verantwortliche sind wir zunächst dafür verantwortlich, unseren Führungskräften das entsprechende Know How an die Hand zu geben und die Bedingungen für ein sinnvolles Shopfloor Management zu schaffen. Haben wir das SFM eingeführt, dürfen wir uns auf keinen Fall mit lapidaren Aussagen zu Gründen von Fehlentwicklungen zufrieden sein, wir sollten als Führungskräfte sofort die Ursachen und die geplanten Maßnahmen hinterfragen. Unser Anspruch ist zurecht, dass die Verantwortlichen sich in ihrem Bereich auskennen, die Ursache von Fehlern kennen und sich darüber Gedanken gemacht haben, wie wir schnell zu effektiven Lösungen und Verbesserungen kommen. Wenn die Verantwortlichen jedoch noch keinen Lösungsansatz generiert haben, kann eine mögliche Ursache sein, dass ihnen elementare Skills fehlen. Es ist unsere Aufgabe, sie sofort zu unterstützen und gemeinsam mit Ihnen das bestehende Problem vor Ort zu begutachten, es zu verstehen oder es sofort in den KVP-Prozess überführen, an den wir den gleichen Anspruch an Konsequenz in der Umsetzung haben dürfen.

Go and see ! 

Engagierte Mitarbeiter und Führungskräfte haben an sich selbst den Anspruch, Teil der Lösung zu sein, deswegen sollten wir keine Berührungsängste beim Einfordern und Vorleben von kreativer und aktiver Mitarbeit haben.

Vergessen wir nicht, am Abschluss jeder Shopfloor – Runde die Akteure danach zu fragen, was am gestrigen Tag besonders schlecht und was besonders gut war! Das zwingt zu einer intensiven Selbstreflexion und regt wesentlich an, dass die Verantwortlichen beginnen, auch an sich selbst zu arbeiten.

Achten Sie bitte darauf, den Kollegen sachlich und interessiert gegenüberzutreten. Als Shopfloor – Leiter sind Sie Führungskraft mit Vorbildfunktion. Loben Sie bei guten Leistungen und Entwicklungen, feiern Sie nachhaltige Erfolge!

Auf diese Weise wird Shopfloor – Management zum zentralen Führungsinstrument, mit dem nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Mitarbeiter wachsen!